Saarburger Aktionstage 2017

Flagge zeigen ...

für Vielfalt und Toleranz. Die Koordinierungs- und Fachstelle nahm 2017 unter diesem Motto verschiedene Themen genau in der Blick.

 

 

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Flagge zeigen gegen Rechtsextremismus

Klares Nein zu Feindbildern und Sündenböcken | Nicola Rosendahl informiert in Saarburg über die „Neue Rechte“ | Ein Bericht von Ingrid Fusenig

Grölende Glatzköpfe, die Springerstiefel tragen und ihre tätowierten Hakenkreuze nicht verstecken: Wer einen Neonazi beschreiben soll, hat bestimmt solche Bilder im Kopf. Und liegt damit sicher auch richtig. Doch die Vorstellungskraft muss mittlerweile ausgeprägter, ja „vorurteilsfreier“ sein, denn die „Neue Rechte“ zeigt auch andere Gesichter; kommt smart, modern gekleidet, jung, eloquent, durchaus Schul-gebildet und zunehmend auch weiblich daher.

„Rechtsextremes Gedankengut findet man längst auch in der Mitte der Gesellschaft, nicht bloß an den Rändern“, stellte Nicola Rosendahl vom Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz am 20. März in der Kulturgießerei Saarburg klar. Die Sozialarbeiterin – auch Koordinatorin des Vereins „Für ein buntes Trier – gemeinsam gegen Rechts“ – informierte bei ihrem „Blick auf die Neue Rechte“ über „gut organisierte rechte Netzwerke und neue rechtspopulistische Gruppierungen“. Es war der Auftakt der Veranstaltungsreihe „Flagge zeigen für Vielfalt“ des Saarburger Projekts „Demokratie leben“. „Interessante Erkenntnisse, die nicht unbedingt beruhigend wirken“, „versprach“ Dr. Anette Barth, Koordinatorin der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“. Und sollte Recht behalten.

„Neue Rechte“: Ein Begriff, der laut Nicola Rosendahl in den 60er Jahren salonfähig wurde und eine Selbstbezeichnung bestimmter rechter Gruppen war mit dem Ziel, die extreme Rechte wieder politikfähig zu machen. Als Abgrenzung zur NPD und zur biologischen Argumentation der historischen Nationalsozialisten. Nicht mehr biologische, sondern religiöse, soziale, kulturelle und ethnische Unterschiede von Menschen wurden fortan propagiert. Fachleute nennen dies „Rassismus ohne Rassen“. Nicht mehr mit dem Begriff „Höherwertigkeit“ und dem vielleicht angreifbaren Slogan „Ausländer raus“ wird gehetzt, sondern subtiler mit Sätzen wie: „Alle Menschen sollen dort leben, wo sie zu Hause sind.“ Zunehmend würden Menschen nach „rein marktlicher Verwertbarkeit beurteilt“. Es sei politische Strategie, „Minderheiten als Sündenböcke darzustellen“ und Feindbilder zu entwickeln.

Nicola Rosendahl bezog sich in ihren Ausführungen auf von der Universität Leipzig begleiteten Langzeitstudien der Friedrich-Ebert-Stiftung. Darin geht es um den Blick auf „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“, nicht so sehr um die gängige Einteilung in Extremismus und Radikalismus. Die Grenzen seien heute nämlich fließend, was gerade noch von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gedeckt wird oder eben nicht. „Trennschärfe? Ich kann die Linie nicht mehr ziehen zwischen Biedermeier und Brandstifter. Man muss die gesamte Gesellschaft anschauen“, sagte Rosendahl. Das Modell der Wissenschaftler erlaube es viel stärker, „den alltäglichen Rassismus zu identifizieren“. Propagiert wird heute die „Ideologie der Ungleichwertigkeit“, die geprägt ist von den „Bausteinen“: Antisemitismus; Islamfeindlichkeit; Sexismus; Abwertung von Asylbewerbern; Rassismus; Fremdenfeindlichkeit. Gründe dafür seien zum Beispiel die eigene Angst vor Verlust von gesellschaftlichem Status oder Abstiegsängste.

Eine Jugendbewegung der „Neuen Rechten“ ist die „Identitäre Bewegung in Deutschland“. Sie habe den Begriff Rasse durch Identität ersetzt. Die Bewegung sei gut vernetzt, nutze die soziale Medien und verteile Flugblätter, um ihre Thesen zu verbreiten und gegen Minderheiten und Menschenrechte zu wettern, und mache immer wieder mit Aktionen auf sich aufmerksam. Da wird in Berlin das Brandenburger Tor bestiegen und mit Transparenten bestückt, da werden in der Region Trier Holzkreuze aufgestellt, um sich gegen eine offene Gesellschaft oder gegen die Aufnahme von Flüchtlingen zu positionieren. Seit in Trier gegen Mitglieder der Bewegung ermittelt werde, sei etwas Ruhe eingekehrt.

Parteien wie die AfD versuchten, Minderheiten lächerlich zu machen und Menschenrechte infrage zu verstellen; sie versteckten sich bei ihren Anfeindungen stets hinter der Meinungsfreiheit nach dem Motto: Das wird man wohl doch noch sagen dürfen. Überhaupt, die Sprache, die antidemokratische Rhetorik spiele eine große Rolle. Begriffe von „Altparteien“, „Regime“, „Volksverräter“ machten die Runde; man höre Sätze wie „Man muss sich ja schon dafür entschuldigen, Hetero zu sein“ oder „Ich bin kein Rassist, aber …“.

Nicola Rosendahl ermunterte in Saarburg, bei solchen Äußerungen immer tapfer mit guten Argumenten dagegenzuhalten und klarzumachen, was Werte bedeuten und wie wichtig Menschenrechte sind. „Die entlarven sich schon selber“: Diese Einschätzung sei längst überholt, es gebe immer Menschen, die anfällig für rechte Thesen sind. „Parteien wie die AfD sollte man durchaus zu Diskussionsrunden einladen, aber zu anderen Themen als immer nur, wenn es um Flüchtlingspolitik geht.“

In Saarburg waren nur wenige Zuhörer zum Vortrag gekommen, doch sie diskutierten lebhaft mit, auch selbstkritisch, erlebten einen inhaltsstarken Abend und konnten viel Nachdenkenswertes mit nach Hause nehmen.

Flagge zeigen für Afghanistan

Afghanistan: Alles andere als ein sicheres Herkunftsland!  "Flagge zeigen" für Menschen, die aus einem Land fliehen, das reich an landschaftlicher Vielfalt, ethnischer Vielfalt, kultureller Vielfalt, Bodenschätzen und leider auch reich an Konflikten ist.

„Wer wir sind und was wir suchen, das möchten wir Euch vermitteln!“

Seyfollah, ein junger Mann, der mit Eltern und Geschwistern aus Afghanistan geflohen ist.

 

Afghanistan liegt zwischen den Kultur- und Wirtschaftsräumen von Vorder-, Zentral- und Südasiens. Als Transithandelsland mit reichen Bodenschätze ist es interessant für Nachbarländer, Großmächte und Eroberer. Bis heute ist Afghanistan ZWISCHEN allen Stühlen, Machtinteressen und MITTENDRIN in Konflikten, kriegerischen Auseinandersetzungen und Terror, vor denen die Menschen fliehen und die seit dem Abzug der

 ISAF-Truppen größtenteils abgezogen sind, wieder enorm zunehmen.

 

Allgemeine Informationen über Afghanistan:

https://www.liportal.de/afghanistan/

 

Menschenrechte:

"2014 war für Afghanistan ein Jahr des Umbruchs, die Präsidentschaftswahl und ihr lange nicht vorhersehbarer Ausgang sowie das Ende der ISAF-Mission, mit dem ein Großteil der internationalen Truppen das Land verließ, trugen zu einer weiterhin sehr angespannten und instabilen Sicherheitslage bei. Dies hat auch gravierende Auswirkungen auf die Menschenrechtssituation. 2016 wurde das Jahr mit den bislang höchsten Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung. 61 % der zivilen Opfer wurden durch Anschläge und Angriffe der Taliban und anderer aufständischer Gruppen verursacht.

 

Vom Konflikt besonders betroffen sind Kinder, hier gab es alleine einen Anstieg um 24 % im Vergleich zum Jahr 2015, insbesondere hervorgerufen durch explosive Kampfmittelrückstände.

 

Die Menschenrechtssituation der afghanischen Frauen ist insbesondere in den Provinzen  hinter sowohl der verfassungsrechtlichen Theorie als auch hinter den von der internationalen Gemeinschaft gesetzten Zielvorgaben zurückgeblieben. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weiterhin allgegenwärtig. Die Unabhängige Afghanische Menschenrechtskommission (AIHRC) verzeichnete für das Jahr 2015 einen Anstieg von rund 5 % der Fälle von Gewalt gegen Frauen im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg basiert jedoch nur auf der Zahl der Fälle, die zur Anzeige gebracht wurden, die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein. Trotz entsprechender Gesetzeslage verfolgen die afghanischen Justizbehörden die Gewalttäter nicht konsequent bzw. stellen sie nicht vor Gericht, da das entsprechende Gesetz über die Gewalt gegen Frauen nur unzureichend umgesetzt wird. Hingegen ist die Anzeige von Gewalttaten für Frauen und Mädchen mit einem großen Risiko verbunden, da eine solche Strafanzeige nicht selten die Stigmatisierung der Opfer und Repressalien nach sich zieht.

 

Willkürliche Verhaftungen und Inhaftierungen durch Polizei und Geheimdienst sind weiterhin zu verzeichnen. Tatverdächtige haben oft keinen freien Zugang zum Recht, so dass ein faires Verfahren von vornherein ausgeschlossen ist. Auch werden u.a. dem nationalen Geheimdienst (NDS) Menschenrechtsverletzung in Form von Folter, Misshandlung und Verschwindenlassen von Personen vorgeworfen.

 

Der nach wie vor unzureichende Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen, insbesondere in den Provinzen, behindert noch immer die Durchsetzung der Menschenrechte in Afghanistan."

(https://www.liportal.de/afghanistan/)

 

Weitere Informationen:

https://www.hrw.org/asia/afghanistan

https://www.proasyl.de/material/afghanistan-kein-sicheres-land-fuer-fluechtlinge/

https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2016/08/PROASYL_Afghanistan_Broschuere_Jul16.pdf

 

Möchten Sie sich für die Menschen mit Flucht-und Migrationsgeschichte aus Afghanistan engagieren? Dann wenden Sie sich bitte an die Kollegen und Kolleginnen der Koordinierungs- und Fachstelle für Integration in der KulturGießerei!

 

Flagge zeigen für die Vielfalt der Geschlechter

Die Koordinierungs- und Fachstelle der PfD Saarburg stellte mit dem Homburger Frauenkabarett einen Bühnenabend auf die Beine, bei dem über die gängigen Klischees herzlich gelacht wurde, der gerade aber auch durch das Impulsreferat von Beate Stoff zum Thema Geschlechtervielfalt und Gender, die Zuhörer*innen für verallgemeinernde und diskriminierende Zuschreibungen sensibilisierte.

Im Anschluss an das Bühnenprogramm standen die Mitarbeiter*innen der KuF interessierten Bürger*innen für Informationen über die Möglichkeiten des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ zur Verfügung.

 

Möchten Sie sich in diesem Themenfeld im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie in der VG Saarburg engagieren? Dann wenden Sie sich bitte an das Team in der Koordinierungs- und Fachstelle für Demokratie leben!

 

Flagge zeigen für religiöse Vielfalt

Blick auf das Zuckerfest | ein Bericht von Ingrid Fusenig

Vielfalt „schmeckt“ zuckersüß

„Flagge zeigen“: Gelungenes Fest zum Fastenbrechen in der KulturGießerei und der Blick auf das Verbindende der Weltreligionen

 

Im Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York war sie schon zu sehen, am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg, am Standort des Weltwährungsfonds in Washington, und aktuell zieht sie in der KulturGießerei Saarburg viele Blicke auf sich: die Ausstellung „Weltreligionen, Weltfrieden, Weltethos“. Eine Woche lang boten die Infotafeln bereits Schülerinnen und Schülern aus Saarburg interessanten Lehrstoff, am 25. Juni schließlich wurde die Ausstellung der Tübinger Stiftung Weltethos für interkulturelle und interreligiöse Forschung, Bildung und Begegnung offiziell eröffnet.

Die Eröffnungsfeier erfüllte dabei gleich ein Herzensanliegen der Stiftung: den Dialog der Religionen und Kulturen ankurbeln. Denn an diesem Tag trafen sich in der KulturGießerei Menschen verschiedenen Glaubens, um miteinander zu lachen, zu essen, zu diskutieren und Musik zu hören. Ortsansässige muslimische Familien hatten gekocht – einige sogar die komplette Nacht zuvor – und wollten gemeinsam mit der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie in der Verbandsgemeinde Saarburg zeigen, wie ihre Bräuche, Traditionen und ihr Glaube aussehen. Anlass war das Fastenbrechen, das Muslime am Ende des Fastenmonats Ramadan auf der ganzen Welt feiern. In der Türkei wird es auch Zuckerfest genannt.

„Menschen gleich welchen Glaubens fasten, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten“, sagte die Luxemburger Diplom-Theologin Tania Carier, freie Referentin der Stiftung Weltethos. In den Religionen sei das Fasten eine bewusste Rückbesinnung auf Gott. Wichtig sei die Verpflichtung zum Teilen. Es gehe darum, die Menschen in Not nicht zu vergessen. Dass Gläubige den Frieden wünschen, sei ebenso ein fundamentaler Wert. Und genau das wolle die Ausstellung zeigen: das Gemeinsame, das Verbindende der Weltreligionen.

Laut Tania Carier hat der katholische Theologe Hans Küng 1995 die Stiftung Weltethos gegründet. Den Begriff hatte er bereits 1990 in einer Schrift geprägt. Sein Credo: „Es wird keinen Weltfrieden ohne Religionsfrieden geben. Wir brauchen den Dialog zwischen den Religionen.“ Ehrfurcht vor dem Leben, Verpflichtung zur Gewaltlosigkeit, gerechtes und faires Handeln: die Liste der verbindlichen und verbindenden Normen und Werte, formuliert als „goldene Regel“, ist lang.

„Viele Konflikte sind religiös motiviert. Missverständnisse resultieren meist aus fehlender Kenntnis “, sagte Tania Carier. Einen Beitrag der Werte-Erziehung, „miteinander, nicht übereinander zu reden“, leiste die Ausstellung. Auf 15 großformatigen Tafeln werden Religionen – vom Buddhismus über den Hinduismus bis zum Judentum und Christentum – vorgestellt. Es gibt Portraits der „großen Leitfiguren“, zentrale heilige Texte, Zitate berühmter Philosophen und Humanisten und nicht zuletzt Botschaften von Persönlichkeiten, die das Prinzip der Menschlichkeit und des friedvollen Miteinanders predigten und lebten wie etwa Mutter Teresa oder Nelson Mandela.

Auf den Tafeln springen zudem aktuelle Schlagzeilen aus Zeitungen ins Auge, die bewusst machen, wie es in der Welt eben auch aussieht: „Uganda: Killer, 15 Jahre, sucht Job“ heißt es da. Oder: „Schulschießerei in Nevada. Todesschütze war erst zwölf Jahre alt“. Oder: „AKW Fukushima: Tepco vermeldet Kernschmelze“. Tania Cariers Fazit: „Die Regeln und Normen sind im Grunde bekannt, es gilt nur, sie umzusetzen, um in einem harmonischen Miteinander zu leben.“

Ganz so also, wie es beim Zuckerfest in der KulturGießerei Saarburg vorgelebt wurde. Leckeres Essen aus „fernen“ Kochtöpfen, Balkan-Rhythmen, persische Musik, afghanische Balladen, Beiträge der deutschen Band „Helium Nation“, Musik und Tanz mit der albanischen Band „Balkan Tallava“ – fein gewürzt mit diesen Zutaten wurde das Zuckerfest tatsächlich zu einem Fest der Begegnung und der gelebten Demokratie. Menschen verschiedenen Glaubens klatschten zur Musik, tanzten fröhlich und lachten miteinander. Und saßen zusammen an langer Tafel, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Einen starken inhaltlichen Akzent und einen Anreiz, zu diskutieren, setzte der in der KulturGießerei produzierte Film zum Thema „Was bedeutet religiöses Fasten für mich persönlich?“ Das alles passte wirklich perfekt zusammen und brachte gute Gespräche in Gang.

 

Info

Das Zuckerfest mit der Ausstellungseröffnung „Weltreligionen, Weltfrieden, Weltethos“ war ein weiterer Baustein der Veranstaltungsreihe „Flagge zeigen für Vielfalt“. Nach dem „Blick auf das Zuckerfest“ heißt es am 30. September in der KulturGießerei „Blick auf Afrika“.

Flagge zeigen für Eritrea

Afrika – reich an landschaftlicher Vielfalt, ethnischer Vielfalt, kultureller Vielfalt und leider auch reich an Konflikten, Naturkatastrophen und wirtschaftlichen Problemen: Blick auf Eritrea!

Eritrea ist ein Staat im nordöstlichen Afrika. Er grenzt im Nordwesten an den Sudan, im Süden an Äthiopien, im Südosten an Dschibuti und im Nordosten an das Rote Meer. Ein Viertel der knapp 6 Millionen Einwohner (2016) zählenden Bevölkerung Eritreas konzentriert sich auf die Hauptstadtregion von Asmara, die weiteren Städte sind deutlich kleiner.

Mit dem „Blick auf Eritrea“ zeigen die Menschen, die in unserer Region leben, selbst ihre Heimat. Sie berichten von der landschaftlichen und kulturellen Vielfalt ihres Landes - sowie vor Unterdrückung, Terror und Folter vor denen sie geflohen sind.

Die Situation der Menschenrechte in Eritrea wird als „besorgniserregend“ beschrieben. Das Land ist sehr abgeschottet, der Grad an politischen und bürgerlichen Freiheiten scheint sehr begrenzt – zahlreiche Fälle von Folter und willkürlichen Verhaftungen werden von Human Rights Watch und Amnesty International gemeldet.

Informationen hierüber findet man unter:

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/massenflucht-nach-europa-das-elend-in-eritrea-13850121-p2.html

https://www.hrw.org/de/news/2009/04/16/eritrea-unterdruckung-fuhrt-zu-menschenrechtskrise

„Wenn einer der Männer flüchtet, musst du zu ihm nach Hause gehen und ihn finden. Wenn du ihn nicht findest, musst du seine Familie gefangen nehmen und sie ins Gefängnis bringen. Seit 1998 ist es normal, ein Familienmitglied festzuhalten, wenn jemand flüchtet. Die Regierung gibt die Anweisung, Familienmitglieder mitzunehmen, wenn der Wehrdienstleistende nicht da ist. Wenn du innerhalb Eritreas verschwindest, dann kommt deine Familie für einige Zeit ins Gefängnis und häufig kommt das Kind dann zurück. Wenn du die Grenze überschreitest, dann zahlt [deine Familie] 50.000 Nakfa [3.300 US-Dollar]. Wenn kein Geld da ist, dann kann es eine lange Zeit im Gefängnis werden. Ich kenne Leute, die schon seit sechs Monaten im Gefängnis sind." (Ein Offizier, der früher für die Verhaftung von Wehrdienstdeserteure verantwortlich war.)

 

„Erst bekommst du Deine militärische Ausbildung, dann halten sie dich ewig, ohne Deine Rechte zu achten fest. Die Befehlshaber können alles von dir verlangen, und wenn du ihre Forderungen ablehnst, kannst du bestraft werden. Fast jede Frau beim Militär hat diese Art Problem." (Eine weibliche Rekrutin, die zehn Jahre Wehrdienst geleistet hat und wiederholt sexueller Belästigung ausgeliefert war.)

 

Andauernde Menschenrechtsverletzungen durch:

Willkürliche Hinrichtungen und systematische Folter sowie sexueller Missbrauch
Zwangsarbeit, unbefristeter Militärdienst und ungesetzliche Inhaftierungen
Bevölkerung in ständiger Angst
Fehlende Meinungs- und Religionsfreiheit
Rangliste für Pressefreiheit: Platz 179 (vorletzter Platz vor Nordkorea)
eltverfolgungsindex (WVI 2016): Drittstärkste Christenverfolgung der Welt

 

Möchten Sie sich für die Menschen mit Flucht-und Migrationsgeschichte aus Afghanistan engagieren? Dann wenden Sie sich bitte an die Kollegen und Kolleginnen der Koordinierungs- und Fachstelle für Integration in der KulturGießerei!

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